Was ist denn das mit dem Wasserhärtegrad eigentlich?

Wasserhärtegrad
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In Deutschland sind etwa 99,4 Prozent aller Haushalte an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. Das Wasser aus dem Hahn hat hierzulande eine sehr hohe Qualität und kann ohne Abkochen getrunken oder zum Zubereiten von Lebensmitteln oder Babynahrung verwendet werden. Im Zusammenhang mit Trinkwasser wird immer wieder vom Härtegrad gesprochen. Der Härtegrad des Wassers – was ist das eigentlich?

Die Wasserhärte ist von Region zu Region unterschiedlich

Mit der Wasserhärte wird die Konzentration der Kalzium- und Magnesium-Ionen im Leitungswasser der Haushalte definiert. Umgangssprachlich werden Magnesium und Kalzium als Kalk bezeichnet. Gemessen wird die Anzahl der Ionen mit der Maßeinheit °dH, was ausgeschrieben als „Grad deutscher Härte“ bekannt ist. Je höher der Wert angegeben wird, desto härter ist das Wasser. Weiches Wasser ist vorhanden, wenn der Wert bis zu 8,4 °dH beträgt. Bis zu 14 °dH ist das Wasser mittelhart. Ab einem Wert von 15 °dH spricht man von hartem Wasser. In Deutschland unterscheiden sich die Härtegrade des Wassers je nach Region. Das weichste Wasser hat zum Beispiel Bremen mit einem Wert von 8 °dH. Im Freistaat Sachsen ist das Wasser mit 22 °dH in Deutschland am härtesten.

Hartes Wasser verursacht nicht nur weiße Kalkflecken

Hartes Wasser, also stark kalkhaltiges Wasser, hat im Haushalt die unterschiedlichsten Auswirkungen. Obwohl es durch die höhere Mineralisierung gesünder ist als viele Mineralwasser aus der Flasche, haben Haushalte mit hartem Wasser verschiedene Nachteile. Dies sind zum Beispiel

  • verkalkte Wasserleitungen, Wasserhähne und Elektrogeräte
  • ein höherer Verbrauch an Reinigungsmitteln
  • Haut und Haare sind beim Duschen oder Baden höher belastet
  • Textilien und Kleider verschleißen schneller
  • die Heizkosten können durch verkalkte Boiler und Heizungen steigen

Selbst bei der Zubereitung von Kaffee und Tee hat das harte Wasser eine Auswirkung. Die Heißgetränke bestehen zu etwa 99 Prozent aus Wasser und haben durch die hohe Mineralisierung einen eigenartigen Geschmack, weil die Aromastoffe nicht zur Geltung kommen.

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Die Mineralien können aus dem Wasser entfernt werden

Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten, das Wasser in den verschiedenen Regionen der Republik weicher zu machen. Nicht gerade kostengünstig, aber sehr effektiv ist eine Wasserenthärtungsanlage, die mit einem Ionenaustauscher ausgestattet ist. Diese Geräte entziehen dem Wasser die Mineralien und ersetzen sie mit Natrium. Da allerdings völlig kalkfreies Wasser auch aggressiv und korrosionsfördernd ist, wird das enthärtete Wasser wieder mit hartem Wasser gemischt. Durch das Mischen hat das Wasser danach einen Härtegrad, der zwischen 5° und 8°dH liegt. Der Einbau eines physikalischen oder biophysikalischen Kalkschutzgeräts ist ebenfalls möglich. Diese Geräte enthalten Granulate, die im Wasser enthaltene Minerale binden und in einem komplexen Prozess entfernen. Für einen besseren Geschmack bei Kaffee oder Tee empfiehlt sich ein Kannenfilter. Das Wasser aus diesem Filtergerät kann auch zum Gießen der Zimmerpflanzen verwendet werden.

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